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Alternative Stromversorgung für AIDA-Schiffe im Hamburger Hafen

AIDA-Projekt: Landstrom für Kreuzfahrtschiffe in Hamburg HafencityDie boomende Kreuzfahrtbranche, allen voran der deutsche Marktführer, die Rostocker Reederei AIDA Cruises, sieht sich zunehmend Kritik von verschiedenen Umweltorganisationen gegenüber, insbesondere wegen der Schadstoff-Emissionen durch die Verbrennung von Schweröl als Treibstoff, welches an Land eigentlich als Sondermüll zu entsorgen wäre. Um die Emissionen in den Häfen zu senken, werden für den Standort Hamburg verschiedene Strategien verfolgt. 

Cruise Terminal Hamburg Altona erhält Landstromanschluss zur Entlastung der Umwelt

Bereits Ende Juli 2012 berichtete das Hamburger Abendblatt über ein Interview des Radiosenders NDR 90,3 mit dem Hamburger Wirtschaftssenators Frank Horch (parteilos), in welchem dieser angekündigte, das Hamburg Cruise Center Altona in “spätestens zwei Jahren” (also bis 2014) mit einem Landstromanschluss auszustatten. Der Energiebedarf eines Kreuzfahrtschiffes entspricht dem einer Kleinstadt und daher werden auch während der Liegezeiten im Hafen die Maschinen weiter betrieben, um diesen Strom zu erzeugen. Nach Angaben der SPD-Fraktion, welche den Vorstoß des Senators begrüßte, kommen über 40 Prozent der Stickoxidbelastung aus dem Hafen und ein Landstromanschluss könne daher auch laut SPD-Umweltexpertin Monika Schaal dazu beitragen, dass zumindest Kreuzfahrtschiffe “künftig nicht mehr die Luft verpesten”. Die Grünen sind jedoch skeptisch, ob diese Planungen über reine Absichtserklärungen hinausgehen, da Senator Horch noch ein Jahr zuvor einen Landstromanschluss kategorisch abgelehnt habe. Nach einem Bericht der Tageszeitung taz werden die notwendigen Investitionen für den Landstrom-Anschluss für das eine Terminal in Hamburg-Altona in einer vertraulichen Senatsdrucksache mit 8,75 Millionen Euro beziffert. Entsprechend wird für das Hamburg Cruise Center HafenCity, welches über 2 Liegeplätze verfügt, die doppelte Summe von 17,5 Mio. Euro veranschlagt. Diese Investition sei nach Angaben der zuständigen Behörde nicht wirtschaftlich darstellbar, so dass es für die HafenCity vermutlich keinen Landstromanschluss geben wird.

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AIDA-Projekt: Landstrom für Kreuzfahrtschiffe in Hamburg Hafencity geplant ab 2013

Hamburg HafenCity erhält eine Alternative zur Landstromversorgung: LNG Hybrid Barge

Bereits im Jahr 2013 will AIDA nach einer Pressemitteilung eine Alternative zum unwirtschaftlichen / teuren Landstromanschluss für die Hamburger HafenCity bereitstellen: Die AIDAsol soll, wenn alles klappt, das erste Schiff sein, welches während der Liegezeit die Schiffs-Maschinen abschalten kann, da im Hafen eine externe Stromversorgung bereitgestellt wird. Hierzu hat AIDA Cruises beim Spezialanbieter Becker Marine Systems eine sogenannte “LNG Hybrid Barge” beauftragt. Dieser antriebslose, schwimmende Ladungsbehälter wird Generatoren und Blockheizkraftwerk-Motoren transportieren, welche mit Flüssiggas (Liquified Natural Gas – LNG) bedarfsgerecht Strom für das Versorgungsnetz des Kreuzfahrtschiffes erzeugen. LNG-Motoren erzeugen keinerlei Partikel- oder Schwefeldioxid-(SOx)-Ausstoß, nur sehr wenige Stickoxide (Ersparnis von bis zu 80 Prozent) und ca. 30-50% weniger Kohlendioxid. Um die Wirtschaftlichkeit der LNG Hybrid Barge weiter zu erhöhen, will E.ON Hanse Wärme als Partner des Projektes den erzeugten Strom ins Landnetz einspeisen, wenn er gerade nicht von einem Kreuzfahrtschiff benötigt wird. Die Hamburger HafenCity Bewohner dürfen sich also auf saubere Luft freuen.

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AIDA möchte als Umwelt-Vorreiter gelten: Das 3-Liter Schiff und weitere Entwicklungen

Seit Mai 2012 hat sich AIDA Cruises als neue “Direktorin für Umwelt und Gesellschaft” die SPD-Politikerin Monika Griefahn “ins Boot geholt”, welche Mitbegründerin von Greenpeace Deutschland und von 1980 bis 1990 auch in der Umweltschutzorganisation aktiv war, bevor sie von 1990 bis 1998 Umweltministerin des Landes Niedersachsen wurde. In Ihrem neuen Aufgabenfeld wird sie nicht müde zu betonen, dass AIDA eine der modernsten und saubersten Flotten der gesamten Kreuzfahrtbranche habe und schon jetzt das “3-Liter-Schiff”, d.h. pro Gast nur 3 Liter Treibstoff auf 100 km verbraucht werden und damit deutlich weniger als ein PKW. Dennoch bleibt die Frage der Emissionen auf See und in den Häfen. Die neue AIDA-Schiffsgeneration von MITSUBISHI Heavy Industries, welche in den Jahren 2015 und 2016 in Dienst gestellt wird, verbrennt daher erstmals auch gar kein Schweröl mehr, sondern wird mit schadstoffärmerem Dieselöl betrieben und durch einen “Teppich aus Luftblasen” unter dem Rumpf den Reibungswiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch zusätzlich reduzieren.

2012-08-27T14:43:50+00:00 / 2016-09-16T19:27:13+00:00 / Allgemein (Beratung)

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Letztes Update dieser Seite: 16. September 2016